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Ex-Zonen: was sie bedeuten und wer sie festlegt

Ihr Betrieb hat sich geändert, die Einteilung an der Wand nicht — diese Zone ist deshalb kein Schild mehr, sondern eine historische Aussage, gegen die Sie weiter einkaufen. Steht sie richtig, beantwortet sich die Gerätefrage in einer Tabellenzeile.

Tauchsonde P133 mit zylindrischem Edelstahlgehäuse, blauem PVC-Kabel und Typenschild 'P133-403-100S, 0...0,4 bar rel, 11...32V DC', CE-Kennzeichen

Die Entscheidung vor Ihnen

Eine Zone ist eine Aussage über Luft, nicht über Technik

Die Richtlinie 1999/92/EG teilt Bereiche, in denen eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann, in sechs Zonen ein: drei für Gase, Dämpfe und Nebel, drei für brennbaren Staub. Das Kriterium ist immer eine Wahrscheinlichkeit und nie eine Menge — wie oft und wie lange die Atmosphäre tatsächlich da ist.

„Im Normalbetrieb" ist die Wendung, die die ganze Einteilung trägt. Dazu gehören Anfahren, Abfahren, Probenahme, Befüllen und die übliche Wartung. Nicht dazu gehören ein geplatzter Schlauch oder eine versagende Dichtung, denn das sind Störungen — weshalb ein Bereich, der erst bei einem Defekt gefährlich wird, meist Zone 2 oder 22 ist.

Alles Weitere — welche Gerätekategorie eingebaut werden darf, was in welchem Abstand zu prüfen ist — folgt aus dieser einen Beurteilung.

  • Zone 0 und 20: ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden
  • Zone 1 und 21: im Normalbetrieb gelegentlich zu erwarten
  • Zone 2 und 22: im Normalbetrieb nicht zu erwarten, und dann nur kurzzeitig

Wie sie abgeleitet wird

Fünf Schritte, von denen keiner ausfällt

Jeder Schritt hängt vom Ergebnis des vorhergehenden ab. Genau deshalb lässt sich eine Zone nicht aus einer Liste von Anlagentypen ablesen.

  1. Stoffe und ihre Eigenschaften feststellen

    Flammpunkt, Explosionsgrenzen, Zündtemperatur und Dampfdichte bei Flüssigkeiten und Gasen; bei Stäuben Korngrößenverteilung, Mindestzündenergie und das Verhalten abgelagerter Schichten. Das Sicherheitsdatenblatt ist der Anfang, nicht das Ergebnis — ein Lösemittel, dessen Flammpunkt im Betrieb sinkt, verhält sich anders als das Datenblatt.

  2. Jede Freisetzungsquelle benennen und einstufen

    Eine Freisetzungsquelle ist eine Stelle, kein Raum: ein Flansch, eine Wellendichtung, ein Füllanschluss, ein Probenahmeventil, ein offenes Mannloch. Jede wird als ständig, primär oder sekundär eingestuft — je nachdem, ob sie dauernd, im Normalbetrieb oder erst im Störungsfall freisetzt.

  3. Lüftung und Umschließung bewerten

    Dieselbe Freisetzung ergibt im gut durchlüfteten Freigerüst und im geschlossenen Raum völlig verschiedene Zonen. Auch die Verfügbarkeit der Lüftung zählt: Eine Absaugung, die unbemerkt ausfallen kann, darf nicht voll angerechnet werden.

  4. Zonenart und Ausdehnung ableiten

    Erst jetzt ergibt sich die Zone aus der Einstufung der Freisetzungsquelle und dem Grad der Lüftung. Die Ausdehnung ist Teil des Ergebnisses — eine Zone hat eine Form, und ein Gerät an ihrer Grenze liegt entweder innerhalb oder außerhalb, nie ungefähr.

  5. Dokumentieren und aktuell halten

    Zonenplan, Schutzmaßnahmen, Koordination mit anderen Arbeitgebern auf dem Gelände und das Prüfregime gehören ins Explosionsschutzdokument. Ein neuer Stoff, ein zusätzlicher Füllpunkt oder eine geänderte Absaugung eröffnet die Beurteilung neu; das Dokument ist ein laufender Nachweis, keine einmalige Übung.

Drucktransmitter P10 mit schwarzem Gehäuse und Steckverbinder, Aufdruck IP67 und made in Germany auf dem Typenschild sichtbar

Jenseits der Tabelle

Drei Dinge, die keine Zonentabelle zeigt

Staub ist kein Gas mit größeren Molekülen. Eine Staubzone ist über die Wolke definiert, aber die abgelagerte Schicht ist eine eigene Gefahr: Eine einzige Druckwelle wirbelt sie auf, und sie isoliert heiße Oberflächen — ein Motor, der in sauberer Luft unter seiner Temperaturklasse bleibt, tut das unter 5 mm Ablagerung nicht mehr.

Die Ausdehnung einer Zone ist kein Radius zum Nachschlagen. Sie folgt aus Freisetzungsrate, Stoff, Geometrie und Lüftung — deshalb entstehen hier die meisten Nachrüstprobleme: Eine neue Pumpe oder eine verlegte Entlüftung verändert die Form, und eine Klemmdose, die vorher außerhalb lag, liegt nun innerhalb.

Und Zonen verfallen in der Praxis, nicht auf dem Papier. Hat sich der Betrieb geändert und das Dokument nicht, ist die Einteilung an der Wand eine historische Aussage.

  • Reinigungsintervalle gehören ins Schutzkonzept und nicht in den Reinigungsplan
  • Geräte und Schutzsysteme alle drei Jahre, die Gesamtanlage alle sechs
  • Lüftung und Gaswarneinrichtungen jährlich — BetrSichV Anhang 2 Abschnitt 3 Nr. 5.1 bis 5.3

Die einseitige Regel

Welche Gerätekategorie jede Zone verlangt

Aus Anhang II Teil A Nr. 2.3 der Richtlinie 1999/92/EG. Höher ist immer erlaubt, niedriger nie.

Geräte der Kategorie 1 dürfen in jede Zone ihrer Atmosphärenart, Geräte der Kategorie 3 nur in Zone 2 oder 22. Gas und Staub sind getrennte Achsen — eine Kennzeichnung mit G sagt nichts über eine Staubzone.
ZoneExplosionsfähige Atmosphäre ist …MindestkategorieGeräteschutzniveau
0 (Gas, Dampf, Nebel)ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden1GGa
1 (Gas)im Normalbetrieb gelegentlich zu erwarten2GGb
2 (Gas)im Normalbetrieb nicht zu erwarten, und dann nur kurzzeitig3GGc
20 (Staub)als Wolke ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden1DDa
21 (Staub)im Normalbetrieb gelegentlich zu erwarten2DDb
22 (Staub)im Normalbetrieb nicht zu erwarten, und dann nur kurzzeitig3DDc

Zwei Wege hinein

Fangen Sie beim Dokument an und bestellen Sie nach der Tabelle

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